Goldpfeil

Liebe auf den ersten Blick: Goldpfeil

Taschen und Lederwaren der Luxusmarke Goldpfeil galten lange Zeit als Statussymbol. Die Geschichte des Labels kann bis 1856 zurückverfolgt werden. Damals gründete Ludwig Krumm eine Manufaktur für Geldbörsen aus Leder, schnell kamen Reisegepäck sowie hochwertige Damen- und Herrentaschen dazu, die das Unternehmen nach Russland und Großbritannien exportierte. 

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1913 wurde in Offenbach/M. an der Kaiserstraße ein spektakuläres Firmengebäude eingeweiht. Der Markenname entwickelte sich erst später.

Anfang der 1920er Jahre übersiedelte einer der sechs Söhne des Firmengründers nach London, um dort als Auslandsvertreter Taschen von Krumm zu verkaufen. Die Anregung zur Umbenennung in Goldpfeil stammte von ihm und bezieht sich auf die Luxuseisenbahn "Golden Arrow". Eine Reise mit diesem Zug galt damals als Symbol für exklusiven Stil und mondänes Leben. 1931 erfolgte die Umbenennung der Lederwaren AG in Goldpfeil. Auch die Farben wurden übernommen: Grün und Gold. Seitdem schmückte jedes handgefertigte Stück ein kleines goldenes Metallschild.

Aufstieg und Niedergang eines Giganten

Ab 1930 lieferte das Unternehmen in 56 Länder. Unglaubliche 20 Prozent aller aus Deutschland exportierten Lederwaren stammten aus der Firma Goldpfeil. Der eigene Exportanteil lag bei 90 Prozent. Erste Boutiquen wurden In Deutschland eröffnet, um die feinen Ledertaschen und exquisiten Aktentaschen vor Ort an die Frau und den Mann zu bringen.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Produktionsstätten nahezu vollständig zerstört, aber wieder aufgebaut. Heinrich Krumm organisierte im März 1952 in Bonn eine Konferenz zwischen der damaligen sowjetischen Führungsriege und westdeutschen Industrieunternehmen. Dieses Treffen war der Startpunkt für alle späteren bilateralen Beziehungen.

Neben den eigenen, weltweit beachteten Kollektionen stellte der Konzern Ledertaschen für renommierte Modehäuser her. Einer der Lizenznehmer war ab 1956 Christian Dior. Ab 1980 konzentrierte sich Goldpfeil auf das Luxussegment und verabschiedete sich vom mittelpreisigen Markt. Der aufgekaufte Hoflieferant Mädler deckte fortan diesen Bereich ab.

Die Expansion ging rasant weiter. Es entstanden Filialen in Beverly Hills und New York. Mit Jil Sander wurde 1984 ein Lizenzabkommen geschlossen. Die inzwischen als EganaGoldpfeil-AG bekannte Firma veranstaltete in den Achtziger Jahren Designwettbewerbe und brachte ein Kundenmagazin heraus: Das "Journal der Lebensfreude und des exklusiven Unterschieds".

150 Jahre Tradition und exquisite Täschnerkunst made in Germany haben ihren Preis. Kurz vor der Jahrtausendwende geriet Goldpfeil in Schwierigkeiten und wechselte mehrfach den Besitzer. 45.000 Arbeitsplätze standen auf dem Spiel. Fast wäre die Marke ganz vom Weltmarkt verschwunden. Inzwischen gibt es wieder eine kleine, aber feine Kollektion, die unter anderem von Tchibo angeboten wird. Taschen der alten Linie haben inzwischen Sammlerwert.

Der Pfeil leuchtet wieder golden

Der Traditionshersteller beschäftige weltweit über 45.000 Mitarbeiter und war einer der größten Betriebe in Offenbach. Goldpfeil fungierte zuletzt neben Comtesse als Luxusmarke für hochwertige Taschen und Lederaccessoires. Nach der Insolvenz des Konzerns erwarb Tchibo die Rechte für die Nutzung des Labels und vermarktet dieses seit 2011 eher sporadisch als aktiv. Erst seit kurzem sind die Aktentaschen und Damentaschen mit dem goldenen Pfeil wieder im Gespräch und bei Kennern heißbegehrt.

Auch nach über 150 Jahren überzeugen die exquisiten Lederwaren mit innovativer Eleganz und erlesener Qualität. Jedes Tasche wirkt wie ein Unikat. Goldpfeil setzt auf die bewährten Klassiker made in Germany: natürlich gegerbtes Oxfordleder und Rindleder in verschiedenen Farbtönen. Taschen von Goldpfeil sind eine Investition auf Dauer. Die Preise bewegen sich im oberen Level.

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